Aktjubinsk - Aktobe - Pfarrei des Guten Hirten 

 



Pfarrer

 

 

Tadeusz Smereczyński


Geb. am 10.02.1948  in Polen
Priesterweihe: 15.12.1984, Diözesie Lublin
In Aktjubinsk seit 1993.

Adresse:  

Immanova Str. 59
030005 Aktjubinsk

 

Tel:         +  7 (7132) 963 585

                                   963 715

Tel/fax:  +  7 (7132) 963 773
E-mail:
tsmereczynski@gmail.com


Heilige Messe:

Am Sonntag                     10:00

Am Samstag                  19:30

Während der Woche     18:00


 


Aus der Geschichte: Pater Thomas Freiherr von Gumppenberg

 

 

    Der berühmte bayerische Kapuzinerpater Thomas Freiherr von Gumppenberg hat die Kirche in Aktjubinsk in den Jahren 1981-83 gebaut. Von seinem Orden war er 1929 nach Lettland geschickt worden. Als die Sowjets 1940 im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes Lettland auf eigenes Ersuchen annektierten, durfte Pater Thomas bleiben, da er einen lettischen Paß hatte. Auch während der deutschen Besatzung 1941-1944 konnte er die Seelsorge dort ziemlich ungestört fortsetzen. Ebenso nach der sowjetischen Eroberung im Sommer 1944. Doch im Herbst 1945 wurde Pater Thomas wegen verbotenen Religionsunterrichtes für Kinder zu eineinhalb Jahren Straf- und Schweigehaft verurteilt und zu zehnjähriger Zwangsarbeit in einem

    Bergwerk in den hohen Norden Rußlands gebracht. Nach sechs Jahren war er infolge von Hunger, Entbehrung und Schwerarbeit so erkrankt, dass man ihn in ein Lager bei Moskau verlegte, wo er in einem Torfstich arbeiten mußte. Ein jüdischer Arzt nahm ihn nach einiger Zeit als Putzer in seinem Lazarett auf. Dort konnte er den Gefangenen viel Gutes tun und sie seelsorglich betreuen. In einem Brillenfutteral trug er stets das Allerheiligste bei sich. Im Jahr 1955 wurde er nach Lettland, in seine Heimat entlassen. Infolge der Zwangsarbeit hatte er sich ein Magenleiden und eine deformierte Wirbelsäule zugezogen. Er konnte nur gebeugt gehen. Außerdem machten ihm offene Beine zu schaffen. Trotzdem war er bereit, im Dezember 1979 nach Aktjubinsk zu gehen, um die dortige katholische Gemeinde von überwiegend Russlanddeutschen seelsorglich zu betreuen.

    In einem Bericht heißt es: "Er kam nicht als Ruhestandsherr, sondern als ein im Feuer der Verfolgung erprobter, tatenfroher Seelenhirte. Er war ein von der Glut des Heiligen Geistes erfüllter Zeuge des Herrn." Da bis jetzt nur ein Bethaus da war, wurde im Mai 1981 mit dem Kirchbau begonnen, der im Oktober 1983 durch den Rigaer Weihbischof Valerians Zondaks eingeweiht wurde. Über die Rolle von Pater Thomas beim Zustandekommen des Kirchbaus schreibt ein Gemeindemitglied: "Alles Planen, Messen, Zeichnen, ja die Bauleitung bis in die Einzelheiten, war Nachtschicht von Pater Thomas. Es war niemand, der in solchen Sachen etwas davon verstand. ... Wenn es sein mußte, legte der bald achtzigjährige auch Hand mit an. Mehr als einmal sah ich ihn den Karren mit den Steinen schieben. ... Wenn man ihm nahelegte, sich etwas mehr zu schonen, antwortete er: Ein Offizier stirbt nicht im Bett, sondern auf dem Feld." Aus einer Predigt von ihm ist überliefert: „Wenn ich gar nichts mehr für euch tun kann, dann kann ich noch für euch sterben."
    Am Neujahrstag 1984 sagte er in einer Predigt: „Gott allein wisse, ob er übers Jahr noch hier sein werde", wobei ihm von innerer Ahnung die Stimme versagte und die ganze Gemeinde in Tränen ausbrach. Am 5. Januar 1984 war er noch ganz mit Seelsorgsarbeit ausgefüllt und fühlte dann abends das Nahen des Todes. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging er um dreiundzwanzig Uhr heim zum Herrn, dem er zeitlebens so treu, tapfer und selbstlos als Guter Hirte im diesem östlichen Weinberg gedient hatte. Nun ruht er auf dem Friedhof von Aktjubinsk. (Zitiert aus dem Buch von Moßmaier, "Brückenbauer zwischen Ost und West", Christiana-Verlag, Stein am Rhein, 1987)
    Sein Nachfolger war dann Pater Joseph Werth, der jetzige Bischof von Novosibirsk, der größten Diözese der Welt.

    Von 1994 bis 1998 hat in Aktjubinsk Pfarrer Guido Becker, emeritierte Dompfarrer vom Mainz, gearbeitet. Seit 1994 arbeitet auch in Atyrau der jetzige Pfarrer in Aktjubinsk - Tadeusz Smereczyński aus Polen.
     

          Aus: Guido Becker, Und die Krebse pfeifen doch! SJM - Verlag,  2000.


 

last update: 28.01.2008